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Start Ereignis-Details :: Ausstellung Kalter Krieg auf Schienen
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Ausstellung Kalter Krieg auf Schienen
Datum:
Samstag 29.02.2020
Uhrzeit:
11.00 bis 17.00
Ort:
Berlin, U-Bf Gesundbrunnen
Adresse:
Kreuzung Badstraße / Behmstraße, 13357 Berlin
Veranstalter:
Berliner S-Bahn-Museum  Website
Telefon:
(030) 63 49 70 76
Kategorie:
Berliner S-Bahn-Museum
Eintritt / Preis:
EUR 3,00


Weitere Informationen

Kalter Krieg auf Schienen

Die S-Bahn in West-Berlin 1961–1989

Jeweils am letzten Samstag des Monats, zeigt das Berliner S-Bahn-Museum in Kooperation mit dem Berliner Unterwelten e.V. eine Ausstellung zur S-Bahn in West-Berlin 1961–1989. Ungewöhnlicher Ausstellungsort ist eine ehemalige unterirdische Toilettenanlage aus den 1930er Jahren nahe des S- und U-Bahnhofs Gesundbrunnen, die der Berliner Unterwelten e.V. zu Ausstellungsräumen umfunktioniert hat.

Das S-Bahn-Museum zeigt die besonderen, weltweit einmaligen Bedingungen, unter denen die S-Bahn im damaligen West-Berlin zwischen 1945 und 1984 fuhr, denn verantwortlich für den Betrieb war die Deutsche Reichsbahn der DDR. Die »Ost-Regie« über die Züge im Westen bot vielerlei Zündstoff für beide Seiten: Die DDR versuchte, die S-Bahnanlagen als ihr eigenes Staatsgebiet zu behandeln, viele West-Berliner boykottierten nach dem Mauerbau das einst sehr beliebte Verkehrsmittel, um der DDR zu schaden. In der Ausstellung »Kalter Krieg auf Schienen« wird diese heute längst vergangene Epoche wieder lebendig.

Die S-Bahn in West-Berlin: das war zwischen 1949 und 1984 die »DDR auf Schienen«. Von der Deutschen Reichsbahn (DR), der Staatsbahn der DDR betrieben, war sie nach 1961 weniger ein normales Verkehrsmittel als vielmehr ein politisches Vehikel zur Einflussnahme auf den West-Berliner Alltag. Die Bahnflächen der DR erlaubten Ost-Berlin bei vielen stadtplanerischen Entscheidungen ein Mitspracherecht. Unter Aufsicht der Volkspolizei agierte die Bahnpolizei auf dem Reichsbahngelände. Und die DR war ein Zentrum der Sozialistischen Einheitspartei Westberlins (SEW), eines Ablegers der DDR-Staatspartei Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED). Dem Westen diente der S-Bahn-Boykott als Ventil, um gegen die Mauer zu demonstrieren. Außerdem konnte er so den milliardenteuren U-Bahn- und Autobahnbau begründen. Das Verkehrsmittel S-Bahn blieb bei dieser Auseinandersetzung (fast) auf der Strecke – zum Schaden für Ost und West.

Wichtige Inhalte der Ausstellung sind:

  • der verwirrende Rechtsstatus der DR in West-Berlin;
  • die Zeit vor und nach dem Mauerbau – Folgen für den Betrieb, der Boykott, Bombenanschläge und Parallelbusse;
  • die gegenseitigen »Sticheleien« zwischen Ost und West;
  • Arbeitsbedingungen und Organisation des „sozialistischen Betriebes Deutsche Reichsbahn“ in West-Berlin;
  • die besondere Rolle der Bahnpolizei der DR;
  • Hintergründe zu den Verhandlungen zur Abgabe der S-Bahn an die BVG, die den Betrieb ab 9. Januar 1984 übernahm.

Eintritt __________Erwachsene 3 € | Kinder ab 7–14 Jahre 1 € | Kinder bis 6 Jahre frei (nur Barzahlung möglich)

Ausstellungsort __ehemalige unterirdische Toilettenanlage unter der Kreuzung Badstraße / Behmstraße, 13357 Berlin Zugang auf der Verkehrsinsel in der Straßenmitte der Behmstraße (zwischen Targo-Bank und Currybaude)